q/talk, 27. November: Schuldig bis zum Beweis des Gegenteils oder das Ende der Unschuldsvermutung

christian jeitler chris at quintessenz.at
Mon Nov 19 10:48:25 CET 2007


Sehr geehrte Damen und Herren,

die q/uintessenz lädt herzlich zum sechsten Fachvortrag, der nun
allmonatlich stattfindenden q/talks, ein:

Schuldig bis zum Beweis des Gegenteils oder das Ende der Unschuldsvermutung

Datum: Dienstag, 27. November 2007, 20.00 (Einlaß ab 19.00)
Ort: MQ Wien, Electric Avenue, quartier21, QDK Vortragsraum
http://quartier21.mqw.at/uebersichtsplan/ -> Nr. 55

Referent: Dr. Franz Schmidbauer, Richter am Landesgericht Salzburg, 
Persönliche Webseite: http://www.internet4jurists.at

Schuldig bis zum Beweis des Gegenteils oder das Ende der 
Unschuldsvermutung: ein klarer Paradigmenwechsel in der Strafverfolgung, 
da ohne jegliche Verdachtsmomente all unsere Telefonkontakte, alle 
Adressen an die wir Emails oder SMS schreiben, alle Bewegungen die wir 
im Internet machen, in Datenbanken gespeichert werden sollen - quasi als 
Beweissicherung bevor ein Verbrechen überhaupt begangen wurde. Trotz 
aufrechter Unschuldsvermutung sollen von jedem Menschen potentielle 
Beweismittel im voraus gespeichert werden.

Die geplante "Data Retention Directive", auch Zwangsdatenspeicherung 
genannt, soll die Bedrohungen des 21. Jahrhunderts per elektronischer 
Rasterfahndung abwehren. Kein einziges Verbrechen soll damit verhindert 
werden, nur die Arbeit von "Robocob" bei der Aufklärung bis hin zu 
"einfachen Vergehen" erleichtern.

Diese Überfülle an Daten läßt immer neue Begehrlichkeiten aufkommen. 
Neben allen Polizeieinheiten in der EU, der Staatsanwaltschaft und allen 
ausländischen Geheimdiensten haben auch schon die Industrie und 
Wirtschaft den Wert dieser Daten für ihre eigenen Zwecke erkannt. Die 
Musikindustrie sieht beispielsweise die Überwachung unserer gesamten 
Kommunikation zur Durchsetzung ihrer Geschäftsinteressen als geeignet an 
und hat bereits an der Richtlinie in der EU Kommission mitgearbeitet.

Wie der Zugriff seitens Polizei, Staatsanwaltschaft oder ausländischen 
Geheimdiensten erfolgen soll ist ungeklärt und ebenso wie unbefugtes 
Kopieren all unserer Kommunikationsdaten verhindert werden soll. Allzu 
leicht lassen sich Rückschlüsse auf fehlenden Inhalt, auf persönliche 
Interessen, oder Lebenssituation ziehen. Das gesamte Bewegungsprofil des 
letzten Jahres wird bei Handy-Benutzern automatisch mitgeliefert.

Im Zuge dieses Vortrages wird Dr. Franz Schmidbauer über die möglichen 
Gefahren und Probleme der geplanten "Vorratsdatenspeicherung" 
informieren. Im Anschluss an den Vortrag können Fragen zum Thema in 
angenehmer Atmosphäre diskutiert werden.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und eine rege Diskussion. Für ein
wärmendes Getränk oder eine Erfrischung ist gesorgt.

http://www.quintessenz.at/d/000100004028

Mit der Veranstaltungsreihe q/talk lädt die q/uintessenz zu
Fachvorträgen über die Themen Bürgerrechte und neue Technologien
monatlich ins MQ Wien. http://www.quintessenz.at/

Mit freundlichen Grüßen
q/chris im Namen des Vorstandes


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